Warum eine AG New Urban Tourism?

Tourism is part of everyday perception: a way of seeing and sensing the world with its own kit of technologies, techniques and aesthetic sensibilities and pre-dispositions (Franklin/Crang 2001)

Tourismus ist im Stadtraum so allgegenwärtig wie es „touristische Momente“ im Leben vieler Stadtbewohner*innen sind. Sightseeing-Busse fahren vorbei, Segways kreuzen den Weg, Selfie Sticks werden ausgefahren. Das ist offensichtlicher Tourismus in einer offensichtlich mobilisierten Gegenwart. Die Veralltäglichung des Touristischen und die Touristifizierung des Alltäglichen führen jedoch zu einer zusehends subtileren und komplexeren Verquickung von Stadt und Tourismus (insb. im „New Urban Tourism“). So haben Stadtbewohner*innen ihre „touristischen Momente“, wenn sie Verwandte oder Freunde durch die Stadt führen. Praktikant*innen halten sich indes teilweise nur deshalb in einer Stadt auf, weil sie diese für eine gewisse Zeit („touristisch“) erleben möchten. Hochmobile Erwerbstätige sind wiederum „touristisch“ unterwegs, wenn sie am Einsatzort mit Kund*innen oder Kolleg*innen noch einen trinken gehen. Mit dem „New Mobilities Paradigm“ wurden derlei Mobiliäten heuristisch gefasst. Für die raumwissenschaftliche Stadttourismusforschung werfen diese Mobilitäten jedoch neue Fragen auf: Wie lassen sich gegenwärtigen stadttouristische Praxen beschreiben? Wie verhalten sich diese zueinander? Was kennzeichnet die touristischen (Stadt-)Räume, die von mehr oder weniger dauerhaften Stadtbewohner*innen und Tourist*innen koproduziert und -konsumiert werden? Wie wird das gegenwärtige, bisweilen konflikthafte, touristische Geschehen politisch-verwalterisch gesteuert? Die AG New Urban Tourism widmet sich diesen Fragen mit dem Anspruch, die „touristifizierte“ Stadt theoriegeleitet und empirisch fundiert genauer zu verstehen!